ERKRANKUNGEN DER VORHAUT
Erkrankungen der Vorhaut und des Vorhautbändchens sind häufig und können sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen Beschwerden verursachen. Typische Symptome sind Schmerzen, Entzündungen oder Probleme beim Wasserlassen bzw. bei Erektionen.
Wir beraten Sie individuell zu allen modernen Behandlungsmöglichkeiten der Phimose (Vorhautverengung) und des Frenulum breve (verkürztes Vorhautbändchen). Ziel ist es, die Beschwerden zuverlässig zu lindern und ein funktionell wie kosmetisch gutes Ergebnis zu erzielen.
PHIMOSE (VORHAUTVERENGUNG)
Was ist eine Phimose?
Von einer Phimose spricht man, wenn sich die Vorhaut des Penis nicht oder nur schmerzhaft über die Eichel zurückschieben lässt. Bei manchen Männern oder Jungen bildet sich am Vorhautrand ein harter, narbiger Ring – ein sogenannter „Schnürring“. Dieser kann das Wasserlassen erschweren, Entzündungen begünstigen und bei Erektionen starke Schmerzen verursachen.
Kann man eine Vorhautverengung medikamentös behandeln?
Vor einer operativen Therapie kann ein Behandlungsversuch mit einer cortisonhaltigen Creme über vier bis acht Wochen erfolgen. Bei guter Wirkung sind auch mehrere Therapiezyklen möglich. Diese konservative Behandlung stellt häufig den ersten Schritt in der Therapie der Vorhautverengung dar.
VORHAUTERHALTENDE OPERATION (TRIPLE-INCISION-TECHNIK)
Die Triple-Incision-Operation ist ein ambulanter Eingriff, um die Vorhautverengung zu beseitigen. Dabei bleibt die Vorhaut erhalten. Sie wird also nicht – wie bei einer Beschneidung – vollständig entfernt, sondern gezielt erweitert. Hierzu setzt der Operateur drei kleine Längsschnitte in den verengten, häufig narbigen Bereich (Schnürring), die anschließend quer vernäht werden.
WIE LÄUFT DIE vorhauterhaltende OPERATION AB?
Die Triple-Incision-Operation erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung und dauert nur kurze Zeit. Nach der Desinfektion werden die Schnitte gesetzt, der Schnürring vollständig gelöst und die Wunden mit feinen, selbstauflösenden Fäden verschlossen.
Beschneidung (ZIRKUMZISION)
Die Beschneidung ist eine bewährte operative Therapie bei ausgeprägter Vorhautverengung oder wenn andere Verfahren nicht ausreichend wirksam sind. Eine Beschneidung erfolgt ambulant und zählt zu den häufigsten urologischen Eingriffen.
WIE Läuft eine BESCHNEIDUNG ab?
Eine Beschneidung wird in der Regel ambulant unter lokaler Betäubung durchgeführt und dauert 20 bis 30 Minuten. Für Kinder besteht auch die Möglichkeit den Eingriff in Vollnarkose durchführen zu lassen.
Nachdem die Vorhaut entfernt wurde, wird die Wunde mit selbstauflösenden Fäden verschlossen und ein Druckverband angelegt. In der Regel können die Patienten im Anschluss nach Hause gehen. Der Verband bleibt bis zum nächsten Tag, anschließend wird die Wunde in unserer Praxis kontrolliert. Ab dem zweiten Tag wird die Wunde mit Kamille-Bädern zu Huase weitergepflegt.
Nach etwa zwei Wochen beginnen die Fäden, sich zu lösen. Im Anschluss kann die Narbe mit einer Panthenolsalbe gepflegt werden.
KÖNNEN bei einer Beschneidung KOMPLIKATIONEN AUFTRETEN?
In seltenen Fällen kann es zu Nachblutungen kommen. Für diesen Fall erhalten Sie eine Notfallnummer, unter der jederzeit ein Ansprechpartner erreichbar ist. Infektionen sind ebenfalls selten. Schwellungen und eine vorübergehende Empfindlichkeit sind hingegen häufig und in der Regel unbedenklich.
WAS IST NACH einer Beschneidung ZU BEACHTEN?
Wichtig ist eine regelmäßige Reinigung der Wunde, um Infektionen zu vermeiden und ein gutes kosmetisches Ergebnis zu erzielen.
RITUELLE BESCHNEIDUNGEN
Rituelle Beschneidungen führen wir in unserer Praxis nicht durch.
Verkürztes Vorhautbändchen (Frenulum Breve)
Was ist ein verkürztes Vorhautbändchen?
Das Frenulum (Vorhautbändchen) ist ein feines Gewebeband an der Unterseite der Eichel, das die Vorhaut mit der Eichel verbindet. Ist dieses verkürzt (Frenulum breve), kann es beim Zurückziehen der Vorhaut zu Spannungsgefühl, Schmerzen oder Einrissen kommen. Auch Blutungen beim Geschlechtsverkehr sind möglich.
Wie kann das VORHAUTBÄNDCHEN verlängert werden (FRENULUMPLASTIK)?
Bei der Frenulumplastik wird das verkürzte Vorhautbändchen gezielt verlängert. Hierzu erfolgt ein kleiner Schnitt durch das gespannte Frenulum, der anschließend quer vernäht wird. Dadurch wird die Spannung reduziert und die Beweglichkeit der Vorhaut verbessert. In vielen Fällen kann durch diesen Eingriff eine Beschneidung vermieden werden.
WIE LÄUFT der Eingriff ab?
Die Frenulumplastik erfolgt ambulant in lokaler Betäubung und dauert in der Regel nur wenige Minuten. Die Wunde wird mit selbstauflösenden Fäden verschlossen. Ein Verband ist meist nur kurzzeitig erforderlich.
WELCHEn Vorteil hat eine Frenulumplastik?
Die Frenulumplastik ist ein sehr schonender Eingriff, bei dem die Vorhaut vollständig erhalten bleibt. Beschwerden wie Schmerzen oder Einrisse lassen sich in der Regel zuverlässig beheben.
WAS IST NACH DEM EINGRIFF ZU BEACHTEN?
In den ersten Tagen sollte auf sorgfältige Hygiene geachtet werden. Körperliche Schonung und der Verzicht auf Geschlechtsverkehr für etwa zwei Wochen werden empfohlen.

