Behandlung einer
überaktiven
Reizblase

Leiden sie an einer überaktiven Blase (OAB) oder einer neurologischen Erkrankung (Multiple Sklerose, M. Parkinson oder ähnliche), kann dies zu einem überaktiven Harnblasenschließ- oder Harnblasenmuskel führen. Diese Störung der Entleerungs- bzw. Speicherfunktion können häufig mit anticholinergen Medikamenten gut behandelt werden. Bringen diese Medikamente jedoch keine Wirkung mehr oder kommt es vermehrt zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen oder Interaktionen mit anderen Medikamenten, dann kann eine Behandlung des Schließ- oder des Harnblasenmuskels mittels einer Injektion eine sehr gute Alternative sein.

Wie funktioniert die Behandlung?

Der Eingriff wird in unserer Praxis ambulant durchgeführt und dauert etwa 30 Minuten. Ähnlich einer Spieglung der Harnblase wird eine spezielle Kamera mit Arbeitskanal durch die Harnröhre eingeführt und der Wirkstoff mithilfe einer dünnen, flexiblen Nadel in den Harnblasenschließ bzw. Harnblasenmuskel injiziert. Die mehreren kleinen Einstiche werden dank der örtlichen Betäubung der Blase meist gut toleriert. Der Effekt der Behandlung hält in der Regel etwa sechs bis zwölf Monate an. Gerne kann die Behandlung bei gutem Ansprechen dann wiederholt werden.

Welche Komplikationen können auftreten?

In seltenen Fällen führt die Behandlung hier beschriebene Injektionsbehandlung zu einem völligen Erschlaffen der Muskulatur, sodass das Wasserhalten (Schließmuskel) bzw Wasserlassen (Harnblasenmuskel) unmöglich wird und zeitweise ein Blasenkatheter eingebracht werden muss. Um diese Komplikation frühzeitig zu bemerkten, führen wir wenige Tage nach der Behandlung eine Ultraschallkontrolle der Harnblase durch.

Welche Alternativen gibt es?

Haben sie ein Anticholinergikum eingenommen und dies nicht gut vertragen oder keine ausreichende Wirkung damit erzielt? Sprechen sie uns an! Da es eine Vielzahl an wirksamen Medikamenten gibt, stellt es eine Herausforderung dar, für jeden das perfekt passende zu finden. Sollten sowohl entsprechende Medikamente als auch die hier besprochene Injektions-Therapie keine passende Wirkung erzielen, kann eine sakrale Neuromodulation („Beckenbodenschrittmacher“) eine weitere Alternative darstellen.

Was ist nach dem Eingriff zu beachten?

Achten sie auf eine ausreichende Trinkmenge (2,5-3 Liter täglich). Schonen sie sich am Tag des Eingriffs. Blutverdünnende Medikamente nehmen sie nur nach Rücksprache mit ihrem Operateur. Bedenken sie die nachfolgende Ultraschallkontrolle.