Ein Urologe hält eine hydraulische Penisprothese in seinen Händen. Die Schwellkörperimplantate links, rechts das Reservoir für die Kochsalzlösung, mit der die Implantate gefüllt werden.

Penisprothese bei erektiler Dysfunktion (Impotenz)

Ein Schwellkörperimplantat hilft, wenn sonst nichts mehr hilft: Infos des urologischen Fachzentrums CUROS in Köln und Bonn.

Viele Männer leiden über Jahre unter einer schweren erektilen Dysfunktion. Medikamente oder andere Behandlungen helfen nicht immer dauerhaft. Wenn Tabletten, Schwellkörper-Autoinjektionen oder eine Vakuumpumpe nicht den gewünschten Erfolg bringen oder nicht dauerhaft angewendet werden können, stellt eine Penisprothese in der Regel die letzte, zugleich aber auch die zuverlässigste Therapieoption dar. Sie kann eine spontane und verlässliche Sexualität ermöglichen und damit die Lebensqualität deutlich verbessern.

Wie funktioniert eine hydraulische Penisprothese und wie fühlt sie sich an?

Die heute am häufigsten eingesetzte Prothese besteht aus zwei Zylindern im Penis, einer kleinen Pumpe im Hodensack und einem Flüssigkeitsreservoir im Unterbauch. Durch Betätigen der Pumpe wird Flüssigkeit in die Zylinder geleitet und eine Erektion erzeugt. Anschließend kann die Flüssigkeit wieder zurückgeleitet werden, sodass der Penis erschlafft.

Nach Abschluss der Heilungsphase spüren die meisten Patienten die Prothese im Alltag kaum. Sitzen, Gehen, Schwimmen, Sport und Reisen sind in der Regel problemlos möglich. Von außen ist eine moderne hydraulische Penisprothese meist nicht sichtbar. Die Pumpe liegt unauffällig im Hodensack und kann dort ertastet werden.

Voraussetzungen für eine Penisprothese

  • Diagnose der erektilen Dysfunktion: Es ist wichtig, dass die erektile Dysfunktion korrekt diagnostiziert und andere mögliche Ursachen ausgeschlossen wurden. Eine gründliche medizinische Untersuchung und gegebenenfalls weitere diagnostische Tests sind erforderlich, um die Ursache der erektilen Dysfunktion zu ermitteln.
  • Versagen anderer Behandlungsmethoden: In der Regel wird die Implantation eines Schwellkörperimplantats erst in Betracht gezogen, wenn andere nicht-invasive Behandlungsmethoden wie Medikamente (z. B. PDE-5-Hemmer wie Viagra), Vakuumerektionshilfen oder intrakavernöse Injektionen nicht erfolgreich waren oder nicht vertragen wurden.
  • Allgemeiner Gesundheitszustand: Der Patient sollte in einem guten allgemeinen Gesundheitszustand sein und keine schwerwiegenden Erkrankungen haben, die das Risiko einer Operation erhöhen könnten. Der Arzt wird den Gesundheitszustand des Patienten bewerten und gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchführen, um die Eignung für die Implantation zu bestimmen.

Wie läuft eine Penisprothesen-OP ab?

Die Implantation eines hydraulischen dreiteiligen Schwellkörperimplantats erfolgt in der Regel unter Vollnarkose, aber auch eine Rückenmarksbetäubung (Spinalanästhesie) ist möglich. Während des Eingriffs werden in die beiden Penisschwellkörper zwei Implantatzylinder eingesetzt. Die zugehörige Pumpe wird im Hodensack zwischen den Hoden platziert Das Reservoir (der Flüssigkeitsbehälter aus weichem Silikon) wird meist im Unterbauch neben der Harnblase eingebracht.

Durch Betätigung der Pumpe wird Flüssigkeit (sterile Kochsalz-Lösung) in die Zylinder gepumpt, wodurch eine Erektion entsteht. Nach dem Geschlechtsverkehr kann die Flüssigkeit durch Betätigung des Ablassknopfes oberhalb der Pumpe wieder in das Reservoir verschoben  werden, um die Erektion zu beenden.

Die Implantation eines Schwellkörperimplantats kann zu Komplikationen führen, wie bei jeder Operation. Mögliche Komplikationen können Infektionen, Blutungen, Schmerzen oder mechanische Probleme mit dem Implantat sein. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes nach der Operation zu befolgen und mögliche Komplikationen zu melden.

Während einer Penisimplantat-OP wird das Flüssigkeitsreservoir mit steriler Kochsalzlösung gefüllt. Diese sorgt später auf Knopfdruck dafür, dass der Penis errigiert.

Was gibt es nach der Penisprothesen-OP zu beachten?

Nach der Operation einer Penisprothese gibt es einige wichtige Dinge, die beachtet werden sollten, um eine erfolgreiche Genesung und optimale Ergebnisse zu gewährleisten. Hierzu gehören eine ausreichend lange entsprechende körperliche Schonung, eine gute Wundpflege und das Einheilen lassen des Penisimplantats. Bis zum Wiedererlangen einer erfüllten Sexualität mit dem Penisimplantat vergehen meist einige Monate. Danach sind die Zufriedenheitsraten auf Seiten der Patienten und ihrer Partnerinnen oder Partner mit über 90% sehr hoch.

Es ist wichtig, dass Sie bei Fragen oder Bedenken immer mit Ihrem Arzt sprechen. Ihr Arzt kann Ihnen spezifische Anweisungen geben, die auf Ihre individuelle Situation zugeschnitten sind und Ihnen helfen, eine erfolgreiche Genesung nach der Operation einer Penisprothese zu erreichen.

Eine Woche nach der OP sind Schwellung und Blutergüsse möglich. In der zweiten bis vierten Woche nach der OP nehmen die Beschwerden kontinuierlich ab. Nach etwa 6 Wochen kann die Prothese aktiviert werden und der Patient erhält eine Einweisung in die Bedienung. Danach ist Geschlechtsverkehr meist wieder möglich.

Häufige Fragen und Antworten zur Penisprothese

 Ja. Die Prothese beeinflusst das Lustempfinden oder die Orgasmusfähigkeit grundsätzlich nicht.

Viele Patienten haben diese Sorge. Häufig beruht der Eindruck auf der bereits länger bestehenden Erektionsstörung oder Vernarbungen. Ziel der Operation ist der bestmögliche Erhalt der individuellen Länge.

In der Regel nicht. Viele Paare beschreiben das Sexualleben nach der Eingewöhnung als natürlich. Die Entscheidung für eine Penisprothese betrifft dennoch häufig beide Partner. Ein gemeinsames Aufklärungsgespräch kann helfen, Erwartungen realistisch einzuordnen und offene Fragen zu klären.
Moderne Implantate sind auf eine langjährige Nutzung ausgelegt. Wie jedes technische Implantat können sie jedoch im Laufe der Zeit einen Defekt entwickeln.

Trotz hoher Erfolgsraten handelt es sich um einen operativen Eingriff. Zu den möglichen Komplikationen gehören Infektionen, Blutungen oder – selten – technische Defekte des Implantats. Diese Risiken werden vor der Operation ausführlich besprochen.

Ja! Bei einer entsprechenden medizinischen Indikation wird die stationäre operative Behandlung mit einem Penisimplantat von allen Krankenkassen übernommen.

Video zum Thema Penisprothese
mit Dr. Christian Leiber-Caspers

Das Video behandelt Erektionsstörungen im Allgemeinen, dabei wird auch auf Penisprothesen eingegangen. Möchten Sie nur den Teil des Videos sehen, der sich um Penisprothesen dreht, klicken Sie hier.

Ihre Operateure:

Dr. med. Christian
Leiber-Caspers

Meine
Schwerpunkte

  • Andrologie
  • Medikamentöse Tumortherapie
  • Sexualmedizin

PD Dr. med.
Timur Kuru

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  • Urologische Bildgebung
  • Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms

Bildnachweis: Alina/stock.adobe.com, ATRFoto/stock.adobe.com

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