Immuntherapie bei Blasenkrebs
Immuntherapie im Infusionsraum von
CUROS in Köln-Marienburg
Das körpereigene Immunsystem kann Krebszellen erkennen und bekämpfen. Blasenkrebszellen entziehen sich dieser Kontrolle jedoch häufig. Immuntherapien setzen hier an – sie reaktivieren gezielt die Immunabwehr und steigern deren Wirksamkeit gegen Tumorzellen.
Diese modernen Therapien sind heute ein wichtiger Bestandteil der Uro-Onkologie und dienen sowohl der lokalen Behandlung frühzeitiger Tumoren als auch der systemischen Behandlung fortgeschrittener Stadien.
Immuntherapien können in den meisten Fällen direkt in unserer Praxis durchgeführt werden.
BCG-Therapie (intravesikale Immuntherapie)
Bei nicht‑muskelinvasivem Blasenkrebs mit erhöhtem Rückfallrisiko wird nach der operativen Entfernung des Tumors häufig eine Immuntherapie mit dem Impfstoff BCG (Bacillus Calmette‑Guérin) durchgeführt.
Das Medikament wird über einen dünnen Katheter in die Blase eingebracht und regt dort das Immunsystem an, verbliebene Tumorzellen zu zerstören.
Typischer Behandlungsablauf:
1. Induktionsphase: sechs wöchentliche Instillationen
2. Erhaltungstherapie: weitere Blaseninstillationen über mehrere Monate bis Jahre
BCG gilt als Standardtherapie bei Hochrisiko-Blasenkrebs ohne Muskelinvasion.
Immuntherapie bei fortgeschrittenem Blasenkrebs
Wenn der Tumor bereits in die Blasenmuskulatur eingewachsen ist oder sich Metastasen gebildet haben, kommen Checkpoint-Inhibitoren zum Einsatz. Diese Medikamente verhindern, dass Tumorzellen die Immunabwehr bremsen.
Bewährte Wirkstoffe sind:
- Pembrolizumab
- Nivolumab
- Atezolizumab
Diese Substanzen können das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und werden meist ambulant als Infusion verabreicht.
Eine neuere Form der Immuntherapie sind sogenannte Antikörper‑Wirkstoff‑Konjugate.
Sie kombinieren zielgerichtete Antikörper mit einem zytotoxischen Wirkstoff, der direkt in die Tumorzelle eingeschleust wird.
Ein wichtiges Beispiel ist Enfortumab‑Vedotin (PADCEV), das bei bestimmten Formen des fortgeschrittenen Blasenkrebses zum Einsatz kommt – häufig in Kombination mit Checkpoint-Inhibitoren.
Wenn molekulargenetische Analysen eine FGFR‑Mutation zeigen – dies betrifft etwa 20 % der Blasentumoren –, kann das Medikament Erdafitinib gezielt eingesetzt werden.
Solche Therapien bremsen wachstumsfördernde Signale in den Tumorzellen und gehören zu den modernen Formen der personalisierten Medizin.
Durchführung und Betreuung bei CUROS
Im CUROS Urologischen Zentrum können nahezu alle modernen Immun- und Infusionstherapien ambulant durchgeführt werden. Unsere Patienten profitieren von einer engmaschigen ärztlichen Betreuung und kurzen Wegen zwischen Diagnostik, Therapie und Nachsorge.
Zusätzlich führen wir auch Chemotherapien bei Blasenkrebs durch.
Nachsorge
Auch nach erfolgreicher Immuntherapie bleibt eine regelmäßige Kontrolle entscheidend, um Rückfälle frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören:
- Blasenspiegelungen (Zystoskopien)
- Ultraschall der Blase und Nieren
- Urinuntersuchungen
- gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie CT oder MRT

